Abiturienten besuchen "neue Synagoge" in Siegen

In der Reichspogromnacht am 09.11.1938 wandte sich in Deutschland das Leben für jüdische Mitbürger um 180 Grad. Geschäfte wurden gestürmt und deren Inventar verbrannt, Familien wurden verhaftet oder umgebracht und Synagogen gingen in Flammen auf.

So auch die frühere Siegener Synagoge. Am 09.11.2021 lebte diese in einer Projektion wieder auf. Die Künstlerin Gabriela von Seltmann hatte gemeinsam mit einem internationalen Team mehrere Jahre an der Umsetzung dieser Idee gearbeitet, bis die Synagoge untermalt vom auf Hebräisch gesungenen Psalm 22 an die Wand projiziert wurde.

Etwa 300 Menschen hatten sich am Dienstagnachmittag vor dem Bunker am Obergraben 10 in Siegen versammelt, darunter auch die Geschichtsleistungskurse und der Philosophie-Kurs der jetzigen Q2. „Ich bin so glücklich, dass wir trotz der kalten Nacht so viele sind.“, sagte von Seltmann in ihrer Rede, kurz bevor die Projektion startete. In dieser wurde die Synagoge virtuell sowohl von außen als auch von innen wieder sichtbar, sei es auch nur für einen Tag. Das Bild der Synagoge insbesondere unter der ebenfalls virtuell dargestellten Flamme wird bei den Zuschauern vermutlich nicht so schnell in Vergessenheit geraten. „Auch wenn es echt kalt war, bin ich froh, dass wir mit unserem Kurs dabei sein konnten.“, sagte eine Mitschülerin nach der virtuellen Rekonstruktion. Die Siegener wurde im Wechsel mit der Warschauer Synagoge gezeigt, welche anlässlich des Jubiläums des Warschauer Ghettoaufstands von 1938 bereits 2018 entworfen wurde.

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